Liebe Eltern und Erziehungsberechtigte,

so langsam bin ich in einem Alter, wo ich mit einem Wochenende pro Woche nicht mehr auskomme.

Deshalb werde ich in wenigen Tagen in den Ruhestand gehen.

Nach fast 40 Jahren im Schuldienst gehe ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge.

Weinend, weil die Arbeit mit Ihren Kindern, den Kollegen und mit Ihnen mir wirklich Freude bereitet hat. Es hat jeden Morgen gut getan, freundlich von Ihren Kindern begrüßt zu werden, und ich habe mir gerne ihre großen und kleinen Sorgen angehört. Es hat mich berührt, wenn am Tag der offenen Tür so viele zufriedene Gesichter durch das Haus gegangen sind, oder am Kennenlernnachmittag die erste Aufregung sich langsam gelegt hat.

Besonders schön war auch immer der Moment, wenn am 1. Schultag die Luftballons in den Himmel gestiegen sind, und mit ihnen all die Erwartungen und das Bauchgrummeln, das mit dem Besuch der neuen Schule verbunden ist.

Diese Momente trage ich gerne in meinem Herzen. Aber auch die Momente, wenn Türen wütend geknallt wurden, wenn Ihre Kinder wild schimpften und Schule so richtig blöd fanden, und wenn in meinem Büro auch einmal ein ernstes Wort gesprochen werden musste.

All das ist lange Zeit fester Bestandteil in meinem Leben gewesen, und es fühlt sich komisch an, dass das jetzt bald nicht mehr so ist.

Aber es gibt auch ein lachendes Auge. Denn ich freue mich, in Zukunft keinen Wecker mehr zu stellen, keine Listen mehr zu schreiben, einfach stundenlang im Café sitzen zu können und außerhalb der Ferien in den Urlaub zu fahren.

Aber eins kann ich Ihnen versprechen: Die Zeit hier an der SGS werde ich so schnell nicht vergessen. Ich werde immer wieder neugierig nachfragen, wie es denn „meiner“ Abteilung geht, und ich werde sicher bei dem anderen Fest gerne dabei sein.

Und dann werde ich mich freuen, Sie und Ihre Kinder wieder zu sehen.

Von Herzen wünsche ich Ihnen und Ihren Kindern alles Liebe und Gute.

 

Herzliche Grüße Ihre

Monika Haaß